Französisch lernen mit Accent!

Man kann auf vielfältige Art und Weise eine Fremdsprache erlernen: ganz klassisch im Unterricht an einer Schule, ganz unbewusst im täglichen Umgang mit Partnern oder Freundinnen und heutzutage auch über soziale Medien bzw. Sprachlern-Apps. Eine weitere Möglichkeit sind Aufenthalte an speziellen Sprachschulen im Ausland.

Diesen Weg haben im Juni 9 Schülerinnen und Schüler der 12. und 13. Klassen der AFS eingeschlagen und sich in die Obhut der in Montpellier ansässigen Sprachen-Schule Accent français begeben. Die Möglichkeit dazu wurde den Französisch-Lernenden durch die Teilnahme und Akkreditierung der AFS am ERASMUS+-Programm eröffnet, das die Finanzierung eines 10-tägigen Unterrichts- und Kulturprogramms mit Betriebsbesichtigung und Ausflügen sowie Reisekosten und Unterkunft großzügig finanziell fördert.

Nach der Ankunft am Mittwochabend in der in Okzitanien gelegenen 300 000-Einwohnerstadt Montpellier wurden die Schülerinnen und Schüler von ihren jeweiligen Gastfamilien aufgenommen und ihr neues „Zuhause“ gebracht. Diese Familien wurden von Accent français ausgewählt und hatten die Aufgabe, den Gästen mit Kost und Logis beizustehen und auch ein wenig Einblick in den Alltag in Frankreich zu geben. Natürlich sollte dabei auch der sprachliche Aspekt eine Rolle spielen, was sich mitunter als schwierig herausstellte. Eine überaus wichtige Erkenntnis war hierbei sicherlich, das elterliche Zuhause mit all seinen Annehmlichkeiten und (Hygiene-)Standards (wieder mehr) zu schätzen zu wissen.

Zunächst konnte man bei einer Stadtführung einen Eindruck der herrlichen autofreien Altstadt von Montpellier erlangen und bereits einige gute Plätze für abendliche Ausflüge in Restaurants, Bars und die Fußball-WM übertragende Kneipen und Cafés abspeichern. Das von Accent français gestaltete Rahmenprogramm führte dann in benachbarte Orte wie den Fischereihafen Sète, das von römischer Architektur (v.a. den Arènes) geprägte Arles oder das malerisch gelegene Dorf Les Baux de Provence. Hierbei bekamen die Besucher einen Eindruck des Nationalparks Camargue und der bei deutschen Urlaubern (meist Studienrät/innen) sehr beliebten Provence. Am freien Sonntag entschlossen sich zudem eine 4-köpfige Gruppe und die begleitenden Lehrkräfte OStRin Andrea Kreilinger und OStR Stefan Naber zu einem spontanen Tagesausflug nach Marseille, wo eine Stadtrundfahrt, der Besuch des alten Hafens und die anschließende Verköstigung einer echten Bouillabaisse den Tag abrundeten. Weitere Programmpunkte waren der Besuch eines ozeanographischen Aquariums und der Besuch eines Museums (s.u.). Aber auch ein Strandnachmittag durfte natürlich angesichts der Canicule (frz. für Hitzewelle) nicht fehlen.

Am Montag begann dann der Ernst des Lernens, als die AFSler erstmals in der Sprachenschule eintrafen und ihren jeweiligen Lerngruppen zugeteilt wurden. Die Einteilung erfolgte nach einem zuvor online durchgeführten Einstufungstest, wodurch ein adäquater Unterricht gemäß der individuellen Fähigkeiten weitgehend gewährleistet werden konnte. Die Gruppen waren z.T. sehr heterogen, was Herkunft und Alter der Teilnehmer betrifft, und das Lehrpersonal erwies sich als ausgesprochen angenehm und gut motiviert, wovon sich auch die begleitenden Lehrkräfte überzeugen konnten, die in Kursen unterschiedlichen Niveaus hospitieren durften und sich manche Anregung für den eigenen Unterricht holen konnten. So wurden in modern ausgestatteten Räumen etwa bestimmte Themengebiete mit Vokabeln, Videos und sonstigen Übungen bearbeitet, als auch Grammatik wiederholt und eingeübt, direktes Feedback eines Französisch-Muttersprachlers inklusive. Zum Abschluss der Unterrichtswoche stand dann ein Leistungstest auf dem Programm, der unseren Schülerinnen und Schülern ein bestimmtes Niveau bescheinigte und von allen erfolgreich abgelegt wurde.

Ein Programmpunkt gewährte der Gruppe eine Betriebsbesichtigung in Form eines Besuchs des Kulturbetriebs, nämlich des Musée d’Art Brut in Montpellier. Hierbei gewährte der Betreiber neben kunstgeschichtlichen Erklärungen und Hintergrundinformationen zu den ausgestellten Werken auch einen Einblick hinter die Kulissen eines Museums. Er erläuterte das Zustandekommen des Museums ebenso wie die nötigen Arbeiten, die betriebswirtschaftlichen Aspekte und die Akquise der Kunstobjekte.

Alles in allem kann man mit Fug und Recht behaupten, dass ERSAMUS+ unseren Schülerinnen und Schülern hier eine einmalige Gelegenheit geboten hat, die jeder Einzelne wahrscheinlich so nicht wahrgenommen hätte-. Es bleibt zu hoffen, dass während des Aufenthalts das interkulturelleVerständnis, die persönliche Weiterentwicklung, die Lust aufs Sprachenlernen sowie die sprachliche Kompetenz gefördert wurden. Und vielleicht hat die ein oder der andere jetzt sogar einen kleinen, südfranzösischen Accent angenommen…

Die Reisegruppe der AFS vor dem Triumphbogen in Montpellier

Die Sprachschule in Montpellier

In der Innenstadt von Montpellier

 

 

OStR Stefan Naber